Zweite & dritte Woche Plastikfasten

Wie die Wohnung ohne Chemiekeule im neuen Glanz erstrahlt und die Küche nach Keksen und Kaffee riecht.

Höhen und Tiefen und wieder Höhen.

Nach der großen und erfolgreichen Umstellung auf Plastikfasten in der ersten Woche, begann die zweite Woche mit einem Rückfall. Vielleicht war es das Nörgeln der Kinder, vielleicht der eigene Schweinehund, der bewirkte, dass wir uns beim Drive-In von McDonalds wiederfanden. Zwei Mal Happy Meal warf uns in Sachen Plastiksparen zurück. Entsorgt haben wir die übrigbleibenden Fruchtquetsch-Tüten, Apfelschorle-Päckchen und die gesamten Kartons im öffentlichen Mülleimer. Das ist doppelt geschummelt: zwar ist das Plastik nicht zu Hause, aber gekauft hatten wir es ja…

Klein aber fein – Servus Resi

Für das gute Gewissen besuchten wir am nächsten Tag den Unverpackt-Laden ‚Servus Resi‘ in Obersendling. Er ist klein, aber fein. Bereits um 10 Uhr am Samstag standen Kunden vor der Tür Schlange. Aufgrund der Hygieneregeln dürfen max. 4 Personen gleichzeitig ins Geschäft. Die Verkäuferin war äußerst nett und hat uns alle Utensilien zum Abschöpfen der Lebensmittel gezeigt. Wie inzwischen erwartet, gab es auch hier keine Wurst, Käse oder Fleisch – aber eine Butter in Papierverpackung, die gleich in die Einkaufstüte hüpfte! Von jedem Produkt gibt es zumeist nur wenige Varianten. Das Sortiment enthält aber alle notwendigen Lebensmittel und ist gut zusammengestellt. Super ist die Ecke mit den Waschmitteln, die offene Grundzutaten wie Waschsoda, Zitronensäure oder Essig zum Abfüllen bietet. Der Kaffee riecht großartig und schmeckt samtig mild. Wir kommen gerne wieder!

Frühjahrsputz mit selbstgemachten Putzmitteln

Der Sonnenschein der letzten Wochen brachte Krokusse zum Sprießen und Vögel zum Singen. Höchste Zeit, den Balkon zu erobern, indem man ihm einen ordentlichen Frühlingsputz verpasst. Die Kinder durften zusehen, wie Mama die Wunder-Scheuermilch selbst zusammenmischte:

1 EL Wascherde + 2 EL Natron gründlich vermischen,

1 Glas Flüssigwaschmittel (darin die Wascherde-Natron-Mischung gleichmäßig hineinrühren)

1 TL Essigessenz vorsichtig unterrühren

5 Tropfen ätherisches Öl hinzufügen. 

Dann wurde das grünliche Zeug auf Bürsten verteilt und das Schrubben ging los. Erdige Schmutzflecken, kleinere grüne Moosflächen und braune trockene Wasserränder am Abflussrohr hatten keine Chance. Die (Balkon-)Fenster wurden im Anschluss mit einem Glasreiniger mühelos geputzt:

2 EL Essigessenz +

1 ¾ Liter heißes Wasser +

4 EL Zitronensaft

Im Badezimmer floss das Wasser dank umweltfreundlichem Rohrreiniger wieder ab. Dazu schüttet man 10 – 15 EL Natron ins Rohr, gießt ½ Liter Essig nach, wartet etwa 10 Minuten und spült mit kochendem Wasser nach.

Der selbstgemachte Allzweckreiniger entfernt ohne Probleme organische Verschmutzungen auf glatten Oberflächen. Dank Essig wirkt er auch entkalkend:

30 g Waschsoda + 250 ml Wasser im Topf unter Rühren erhitzen, von der Kochstelle nehmen

50 g Bio-Spülmittel + 20 – 30 Tr. ätherisches Öl einrühren

60 ml Essigessenz vorsichtig unterrühren

1 ¾ Liter Wasser dazugeben und auf Flaschen verteilen.

Damit wurden Oberflächen in Küche und Bad wieder sauber. Nach Anwendung mit dem Putzmittel sollten die Flächen mit sauberem Wasser abgewaschen werden. Auf Glas ist dieser Reiniger wegen entstehenden Schlieren nicht zu empfehlen. 

Wenn ich früher gewusst hätte, wie gut die selbstgemachten Putzmittel funktionieren! Dringende Empfehlung zum Nachmachen! Für das vollkommene Frühlingsglück standen Tulpen auf dem Wohnzimmertisch. Diese gab es papierumhüllt vom basic.

Für Unterwegs

Um unterwegs für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, nehmen wir nun immer ein leichtes Netz für Obst- bzw. Gemüsekäufe und eine Papiertüte für Brezel oder Croissants mit. Auf dem Spielplatz gibt es kleine, hausgemachte Snacks aus der Box oder eine Nuss-Beeren-Mischung auf die Hand und Getränke aus der Flasche. Und dann haben wir mitten im Frühling Plätzchen gebacken. Sobald man sie in ‚Kekse‘ umbenennt und den Zimt weglässt, eignen sie sich für alle Jahreszeiten. Sie sind aus unserem ‚Versorgungs-Rucksack‘ nicht wegzudenken. Für die Erwachsenen wird Kaffee vorgekocht und in der Thermosflasche transportiert. Kekse und Kaffee schmecken draußen doppelt so gut.     

Plastikmüll-Bilanz

Neben dem im öffentlichen Mülleimer entsorgten Abfall vom Schnellrestaurant hat sich in Woche zwei und drei die Abfallmenge von etwa 10 Litern angesammelt. Im Vergleich zum Müllaufkommen vor dem Plastikfasten ist das eine deutliche Reduktion (zuvor 60 Liter pro Woche). Häufig finden sich kaputte Plastikspielzeuge im Abfallsack – besonders Spielzeuge, die es als Beilage in Kinderzeitschriften zu kaufen gibt. Wir versuchen, mithilfe eines guten ‚Deals‘ für Kinder und Erwachsene diese Abfallquelle zu beseitigen. Plastikverpackungen für FFP2-Masken verschlechtern die Müllbilanz. Hier muss der Backofen helfen: SARS-CoV-2 wird nach einer Stunde Backzeit bei 80 Grad sicher inaktiviert, sodass die Maske wiederverwendet werden kann.

Besonders traurig finden wir, dass der basic in der Amalienburgstraße sein unverpackt-Regal in einem Monat auflösen wird.

Besondere Experimentierfreude bereitete uns das Herstellen eigener Putzmittel und das Ausprobieren der seltsam anmutenden Rezepturen im Haushalt. Die Produkte sind biologisch, ungiftig, wirksam, zumeist sehr ergiebig und gut für den Geldbeutel.  

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