5 Probleme, die Plastik für die Umwelt darstellt.

Plastik ist in zahlreichen Lebensbereichen präsent und ist ein riesiges Umweltproblem. Ob in Smartphones, Schuhsohlen, Geschirrschwämmen und in Fischen – gibt es eine Lösung für unseren Plastikkonsum?

Plastik steckt in Smartphones, Schuhsohlen, Geschirrschwämmen und in Fischen. Jedes Jahr wächst die Menge des weltweit produzierten Plastiks: 2018 waren es 359 Millionen Tonnen. Über 176 kg Plastik verbraucht jeder einzelne von uns pro Jahr. Dabei braucht Plastik bis zu 2000 Jahre, um sich in der Umwelt vollständig abzubauen.

Diese Probleme verursacht Plastik:

Kurzlebige Nutzung

Europa produziert 60 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr. Aus 40 Prozent davon (24 Millionen Tonnen) entsteht Verpackungsmaterial wie Tüten, die eine durchschnittliche Gebrauchsdauer von 20 Minuten haben. Nach dem Einkauf und dem Auspacken wird die Verpackung einfach entsorgt.

·       Verbrauch endlicher Ressourcen

Plastik besteht aus Erdöl. Die Kunststoffproduktion verantwortet 6 – 8 % des weltweiten Erdölverbrauchs. Erdöl ist eine endliche Ressource, die bei ihrer Verarbeitung zu einem hohen CO2-Ausstoß führt. Durch die Anreicherung des CO2 in der Atmosphäre trägt es aktiv zum Klimawandel bei. Für das Jahr 2050 wird ein Anstieg des Erdölverbrauch für die Produktion von Kunststoff auf 20 % prognostiziert. In den Meeren schwimmen dann mehr Plastikteilchen als Fische.

·       Geringe Recycle-Quote

In Deutschland werden nur ca. 20 % des Plastikmülls recycelt. Die Schwierigkeit liegt darin, dass nur sortenreine Kunststoffe sich gut wiederverwenden lassen. Sind mehrere Kunststoffarten in einer Verpackung enthalten, können sie nicht recycelt werden. Sie werden verbrannt – was wiederum einen Kohlenstoffdioxidausstoß verursacht. Sehr selten erfüllt der recycelte Kunststoff die Anforderungen der Lebensmittel­industrie. So werden 98 % der Plastikverpackungen direkt aus Erdölerzeugnissen – und nicht aus recyceltem Plastik – gewonnen.

·       Lange Zersetzungsdauer in der Natur

Plastik ist sehr langlebig und kann sich bis zu 2000 Jahre in der Umwelt zersetzen. Dabei zerfällt es in immer kleiner werdende Teilchen, die ab einer Größe unter 5 mm als Mikroplastik und unter 0,1μm Nanoplastik bezeichnet werden. Plastikpartikel befinden sich global bereits in Boden, (Grund-)Wasser und Luft und wurden in zivilisationsfernen Weltregionen nachgewiesen. Plastik wird als Teil von Klärschlämmen oder belasteten Komposten über landwirtschaftliche Flächen gekippt und gelangt so in Nutzpflanzen.

·       Gefährliche Zusätze in Plastik

Die Zusatzstoffe in Plastik verleihen ihm spezifische Eigenschaften. Gleichzeitig werden sie mit der Zeit aus dem Kunststoff beim Kontakt mit Lebensmitteln, Wasser oder Haut wieder freigegeben. Besonders gesundheitsschädlich sind Phthalate bzw. Weichmacher. Sie wirken sich negativ auf die Fortpflanzung aus uns finden sich in: Kinderspielzeug, Shampoos oder Autoarmaturen. Aber auch der Zusatz BPA bzw. Bisphenol A wird mit u.a. Entwicklungsstörungen, Diabetes mellitus und Krebs- und Herzinfarktrisiko in Verbindung gebracht. Eine weitere gefährliche Beimischung zu Plastik sind Aldehyde. Das Formaldehyd gilt als krebserregend und befindet sich in Bodenbelägen, Möbeln oder in Kosmetika.

Gibt es eine Lösung?

Plastik ist in zahlreichen Lebensbereichen präsent und ermöglicht uns Fortschritt und Wohlstand und ist gleichzeitig ist es ein riesiges Umweltproblem. Können wir unseren Kunststoffkonsum in den Griff bekommen?

  • Dazu ist ein auf die Wiederverwertbarkeit von Kunststoffen ausgerichteter Dialog zwischen Konsumenten, Herstellern und Abfallunternehmen notwendig, aus dem sich eine Strategie zur Steigerung der Recycle-Quote ergibt.

 

  • Dazu sind publikumswirksame Aufklärungskampagnen notwendig, die die Bevölkerung für den bewussten Plastikkonsum sensibilisiert und über die Probleme des Plastikrecycelns informiert.

 

  • Schließlich trägt jeder einzelne mit seinem Konsumverhalten zur Größe des Problems bei. Bestimmte Dinge ablehnen, reduzieren und wiederverwenden gehört zu den Maximen der Zero Waste-Bewegung. Das vermindert den persönlichen Müllberg, schont den Geldbeutel und gibt ein positives Gefühl.

Mach Ma Moosach Sauber probiert es aus! Wir laden alle herzlich ein, sich gemeinsam mit uns auf eine Plastikfasten-Reise zu begeben. Ab dem 17. Februar bis zum 3. April sparen wir Plastik, erkunden Zero-Waste-Läden und geben Tipps zur Vermeidung von Plastikprodukten. Teile mit uns deine Erfahrungen unter #MoosacherPlastikfasten21 oder schicke uns eine Email. Wir freuen uns, von dir zu hören 😊

Quellen:

AWM: Re. Wissenswertes über Plastik und Plastikvermeidung. München, 2020.

Smarticular.net: Plastiksparbuch. Berlin, 2019.

Nelles, D., Serrer, C.: Kleine Gase – Grosse Wirkung. Der Klimawandel. Friedrichshafen, 2018.

Umweltbundesamt: Plastik und andere persistente „neue“ Stoffe im Boden Weitere Herausforderungen im Bodenschutz. Dessau-Roßlau, 2021. Online: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/weitere-herausforderungen-im-bodenschutz

WEITERE ARTIKEL

24hCleanup

Cleanup ‚From Dirt Till Dawn‘. Der Name ist Programm. Wir nahmen teil am Aufräum-Marathon queer durch München.

Schick uns eine Nachricht